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Triathlon
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Triathlon ist eine Ausdauersportart, bestehend aus einem Mehrkampf der Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen, die nacheinander und in der Regel in genau dieser Reihenfolge zu absolvieren sind. Die Besonderheit dieses Sports besteht darin, dass eine bestimmte, festgelegte Strecke so schnell wie möglich zurĂŒckzulegen ist, wobei die Uhr auch bei zeitlichen Unterbrechungen wie z. B. den Wechseln zwischen den Disziplinen weiter lĂ€uft. Hierin unterscheidet sich Triathlon von anderen Vielseitigkeitssportarten, wie z. B. der Nordischen Kombination, dem Zehnkampf, dem Racketlon oder dem Modernen FĂŒnfkampf. Verwandte Sportarten des Triathlons sind Paratriathlon, Winter-Triathlon, Duathlon, Swim & Run/Aquathlon und Bike & Run. Die Wortschöpfung âTriathlonâ setzt sich aus den griechischen AusdrĂŒcken ÏÏΔáżÏ/ÏÏία bzw. treis/tria, âdreiâ, und áŒÎžÎ»ÎżÏ bzw. athlos, âWettkampfâ zusammen. Triathlon ist seit dem Jahr 2000 auch eine olympische Disziplin.cite-ref-1[1]
Contents
âą Motivation
âą Training
âą Geschichte
âą Preisgelder
âą Sozialstruktur
âą Organisationen
⹠SportverbÀnde
âą Distanzen
âą MĂ€nner
âą Frauen
âą Regelwerk
âą Startpass/Lizenz
âą Material
âą Filme
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Anforderungen, Training und gesundheitliche Aspekte
Motivation
Das unmittelbar aufeinanderfolgende Absolvieren der drei Ausdauersportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen gilt als besondere sportliche Herausforderung. Im Wettkampf werden viele der ausĂŒbenden Athleten an die Grenze ihrer LeistungsfĂ€higkeit gebracht. Insbesondere der Ăbergang vom Schwimmen zum Radfahren bedeutet fĂŒr den Körper Stress. Unter diesen UmstĂ€nden stellt das Erreichen des Ziels nach EinschĂ€tzung vieler Triathleten einen besonderen Reiz dar, u. a. durch die StĂ€rkung des SelbstwertgefĂŒhls.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]
Triathlon und sein Training kommen dem natĂŒrlichen BewegungsbedĂŒrfnis entgegen und können von vielen Altersgruppen mit vergleichsweise geringem materiellem Aufwand ausgeĂŒbt werden. Es werden dabei neben den konditionellen FĂ€higkeiten wie Kraft- und Schnelligkeitsausdauer auch koordinative FĂ€higkeiten wie Anpassungs- und UmstellungsfĂ€higkeit verbessert.cite-ref-ziemainz-5-0[5] Gleichzeitig ist die Belastung fĂŒr Muskulatur und Bindegewebe durch die vielseitige Beanspruchung des Körpers bei gleichem Zeitaufwand geringer als bei vielen anderen Sportarten.cite-ref-ziemainz-5-1[5]
Die regelmĂ€Ăige AusĂŒbung erhöht zudem psychische und mentale Fertigkeiten, wie beispielsweise die volitiven FĂ€higkeiten und die KonzentrationsfĂ€higkeit.cite-ref-ziemainz-5-2[5] Daneben sinkt hĂ€ufig die StressanfĂ€lligkeit und durch die erhöhte Sauerstoffaufnahme wird die LeistungsfĂ€higkeit des Gehirns gesteigert.cite-ref-6[6] Das wĂ€hrend des Trainings und eines Wettkampfs ausgeschĂŒttete körpereigene Hormon der Endorphine â auch als menschliche âGlĂŒckshormoneâ bekannt â wirkt positiv auf das emotionale Wohlbefinden.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] So setzt auch das bei LĂ€ufern bekannte âRunnerâs Highâ ein.
Training
Merkmal des Triathlons ist das unmittelbare Aufeinanderfolgen der drei unterschiedlichen Disziplinen und die damit verbundene Umstellung der Muskulatur. Besonders der Wechsel vom Radfahren auf das Laufen wird von Einsteigern in die Sportart als der schwierigste Teil empfunden, da beim Laufen die durch das Radfahren bereits beanspruchte Beinmuskulatur erneut angesprochen wird. Die AktivitĂ€ten der Athleten in der Wechselzone werden oft auch als âvierte Disziplinâ angesehen, denn z. B. stellt der Wechsel von Kleidung und AusrĂŒstung nahe dem Maximalpuls eine koordinative Herausforderung dar, wĂ€hrend die Wettkampfuhr weiterlĂ€uft. Gute Triathleten zeichnen sich somit neben ihrer Leistung in den Teildisziplinen auch durch rasche ĂbergĂ€nge zwischen den einzelnen Disziplinen und die FĂ€higkeit ihres Körpers aus, sich schnell auf die neue Belastung umzustellen. Neben dem klassischen Training in den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen sind spezielle Trainingsformen im Triathlon, zum Beispiel das Koppeltraining,cite-ref-9[9] also entweder die einfache oder wiederholte Abfolge zweier Teildisziplinen (meist Radfahren und Laufen), sowie das Wechseltraining (AblĂ€ufe in der Wechselzone) zu absolvieren.cite-ref-10[10]
Gesundheitliche Aspekte
Triathlon verfĂŒgt ĂŒber ein hohes prĂ€ventives Potential gegenĂŒber kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen. Aber er birgt auch ebenso Risiken, denn durch die hohe Belastung des Herzkreislaufsystems â insbesondere im Wettkampf â können auch negative Auswirkungen zu Tage kommen. Viele dieser Erkrankungen können sowohl akuter oder chronischer als auch vererbter Natur sein.cite-ref-11[11] Vornehmlich fĂŒr Neu- und Wiedereinsteiger ĂŒber 35 Jahre sowie bei Vorerkrankungen oder Beschwerden und Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Diabetes, Bewegungsmangel oder Ăbergewicht sollte daher vor dem Einstieg in ein regelmĂ€Ăiges Training zuerst der Weg zum Arzt fĂŒr eine GesundheitsprĂŒfung fĂŒhren.cite-ref-12[12]
Wissenschaftler der UniversitĂ€t Wien untersuchten in mehreren Studien die Auswirkungen der Belastungen eines Ironman-Triathlons mit 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen auf gesundheitsrelevante biochemische und molekularbiologische Parameter.cite-ref-13[13] Ergebnis der Forschung, in deren Mittelpunkt oxidative SchĂ€digungen von Blutzellen, Blutlipiden und Zellbestandteilen im Blut standen, war, dass âdie enorme Belastung trotz vorĂŒbergehender Anstiege bei den meisten Markern fĂŒr oxidativen Stress, EntzĂŒndungsparametern sowie bei DNA-StrangbrĂŒchen in Lymphozyten zu keinen nachhaltigen ZellschĂ€den fĂŒhrtâ.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Zusammen mit einer Arbeitsgruppe des Instituts fĂŒr Krebsforschung der UniversitĂ€t Wien ergab sich sogar, dass durch ChromosomenschĂ€digung auftretende Fehler bei der Zellteilung von Lymphozyten, sogenannte Mikrokerne, unmittelbar nach dem Ironman abnehmen.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Wie eine Studie von 2009 zeigt, ist das Risiko eines Herzstillstandes beim Triathlon doppelt so hoch wie beim Marathonlauf: So kommen auf eine Million MarathonlĂ€ufer statistisch vier bis acht HerzstillstĂ€nde, beim Triathlon sind es 15. Das Risiko liegt damit bei 0,0015 Prozent. Hierzu wurden in der Zeit von 2006 bis 2008 die Daten von 922.810 Personen untersucht.cite-ref-19[19] HauptgrĂŒnde liegen in der ungewohnten Belastung und Körperlage beim Schwimmen. Vornehmlich niedrige Wassertemperaturen und der Wettkampfstress können bei untrainierten Wettkampfteilnehmern fĂŒr UmstĂ€nde sorgen, die kardiale ZwischenfĂ€lle fördern. Eine Empfehlung zur Akklimatisation vor dem Start im Wasser sollte daher nicht nur seitens der Veranstalter im Vorfeld erfolgen.
Nicht triathlonspezifisch ist wie in allen Sportarten bei Betreiben von Triathlon als Leistungssport das Risiko hieraus möglicher körperlicher SchĂ€den, die sich unter UmstĂ€nden sogar erst nach Karriereende bemerkbar machen können (siehe auch: Risiken fĂŒr den Körper durch Leistungssport).
Geschichte
Erste Berichte von MehrkĂ€mpfen mit Schwimmen, Radfahren und Laufen sind aus den 1920er Jahren in Frankreich bekannt. In der Sportzeitung LâAuto erschienen Artikel ĂŒber ein seit 1920 jĂ€hrlich unter dem Namen âLes Trois Sportsâ veranstaltetes Rennen, wobei dessen Chefredakteur Henri Desgrange, Initiator der Tour de France, auch zu den Teilnehmern gehörte.cite-ref-20[20] Das Event fand bei Joinville-le-Pont, in Meulan und Poissy statt und bestand aus einem 3-km-Lauf, einem 12-km-Radwettbewerb und der Ăberquerung des Flusses Marne.cite-ref-21[21] Es wurde auch unter den Namen âLa Course des DĂ©brouillardsâ und âLa course des Touche Ă Toutâ gefĂŒhrt. Die drei Disziplinen wurden hintereinander ohne Pause absolviert. GroĂe Aufmerksamkeit blieb allerdings aus, auch wenn es an anderen Orten wie etwa Marseille (1927) Ă€hnliche Veranstaltungen gab. Im Jahr 1934 fand in La Rochelle eine Ausgabe von âLes Trois Sportsâ, mit einer Kanalquerung (ca. 200 Meter), einem 10-km-Radwettbewerb im Hafen von La Rochelle und im Parc de Laleu und einem abschlieĂenden 1200-Meter-Lauf im Stadion AndrĂ©-Barbeau statt. Aus dieser Zeit ist eine 1927 ausgestellte Mitgliedskarte fĂŒr einen RenĂ© TaquĂ© aus Perpignan in einer âSociĂ©tĂ© des trois Sportsâ ĂŒberliefert.cite-ref-22[22] FĂŒr die folgenden Jahrzehnte sind dann keine weiteren Nachweise mehr fĂŒr diese Form des Multisports bekannt.
Entstehung des Triathlons
In der Fitnesswelle der 1970er Jahre gab es im sĂŒdlichen Kalifornien mehrere kleinere kombinierte Lauf- und SchwimmwettkĂ€mpfe (Biathle). Mitte der 1970er Jahre wurde dann der Begriff Triathlon erstmals genutzt, organisiert am 25. September 1974 durch die beiden Amerikaner Jack Johnstone und Don Shanahan in San Diego, Kalifornien. Das kleine Rennen mit 46 Teilnehmern ging â in dieser Reihenfolge â ĂŒber 6 Meilen (ca. 10 km) Laufen, 5 Meilen (ca. 8 km) Radfahren und 500 Yards (ca. 0,5 km) Schwimmen und trug den Namen Mission Bay Triathlon nach der vor San Diego gelegenen Lagune.cite-ref-23[23]cite-ref-24[24] Gut neun Monate spĂ€ter gab es in Coronado den Optimist Sports Fiesta Triathlon.cite-ref-25[25] Zu den Teilnehmern beider Veranstaltungen gehörten der spĂ€ter auf Hawaii stationierte Navy-Offizier John Collins und seine Frau Judy, 1978 Mitinitiatoren des ersten Hawaii Iron Man Triathlon.cite-ref-tri-history-26-0[26] Durch einen Artikel in Sports Illustrated,cite-ref-27[27] der wiederum ABC zu TV-Berichten in den Folgejahren motivierte, wurde aus dieser ursprĂŒnglich als rein persönliche Herausforderung einiger weniger konzipierten Veranstaltung in kurzer Zeit der Ironman Hawaii als ĂŒberregional bekannter sportlicher Wettkampf. In der Folge entstanden Hunderte von Triathlonveranstaltungen in kĂŒrzester Zeit zunĂ€chst in den USAcite-ref-tri-history-26-1[26] und ab 1982 auch in Europa.
Entwicklung von Organisationsstrukturen
Unterschiedlichste Wettkampfdistanzen und uneinheitliche Regularien lieĂen in den einzelnen LĂ€ndern neue SportverbĂ€nde entstehen, um eine Harmonisierung des Regelwerks und faire WettkĂ€mpfe zu ermöglichen. Bereits Mitte der 1980er Jahre wurde IOC-PrĂ€sident Samaranch auf Triathlon aufmerksam und unterstĂŒtzte die Bildung internationaler organisatorischer Strukturen mit dem Ziel einer Aufnahme von Triathlon in das Programm Olympischer Spiele.cite-ref-phelps-28-0[28] Diese Perspektive deckte sich mit dem Interesse nationaler VerbĂ€nde, denn staatliche Leistungssportförderung erfolgt primĂ€r fĂŒr olympische Sportarten. Anstelle eines vom IOC empfohlenen Beitritts zur UIPMB entschieden sich die dreiĂig beteiligten nationalen VerbĂ€nde,cite-ref-phelps-28-1[28] darunter DTU-VizeprĂ€sident Detlef KĂŒhnel als deutscher Vertreter,cite-ref-29[29] aber am 1. April 1989 in Avignon fĂŒr die EigenstĂ€ndigkeit, die International Triathlon Union (ITU) konstituierte sich. Am gleichen Tag wurden 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen als âolympische Distanzâ festgelegt.cite-ref-phelps-28-2[28] Zwar waren die Veranstaltungen mit dem gröĂten Medieninteresse damals der von IMG veranstaltete Triathlon Longue Distance de Nice sowie der Ironman Hawaii, deren Distanzen erschienen aber sowohl organisatorisch wie auch bezĂŒglich Wettkampfdauer ungeeignet fĂŒr Olympische Spiele.
Weltmeisterschaften und Olympische Spiele
FĂŒnf Monate spĂ€ter fand ebenfalls in Avignon die erste Triathlon-Weltmeisterschaft 1989 statt. Bereits im Januar 1990 war Triathlon Demonstrationssportart bei den Commonwealth Games in Auckland. 1991 fand der erste âITU World Cupâ mit elf WettkĂ€mpfen in acht LĂ€ndern statt. 1992 wurde die ErgĂ€nzung von Triathlon bei den World University Games sowie den Goodwill Games beschlossen. Im Juni 1991 wurde die ITU ins IOC aufgenommen, und auf einem Kongress am 4. September 1994 in Paris entschied das IOC, Triathlon erstmals in das Wettkampfprogramm fĂŒr die Olympischen Spiele 2000 in Sydney aufzunehmen â wenn auch zunĂ€chst ausdrĂŒcklich nur vorlĂ€ufig. Eine zuschauerfreundliche PrĂ€sentation der WettkĂ€mpfe war jetzt wichtig, wozu gehörte, dass in dem Moment, in dem der erste Athlet die Ziellinie ĂŒberquerte, auch der Sieger feststand. Nachdem es in den ersten Jahren bei Kurzdistanz-Weltmeisterschaften immer lange gedauert hatte, bis alle offiziellen Proteste gegen Kampfrichterentscheidungen behandelt worden waren, wurde bei der Kurzdistanz-WM im November 1995 in CancĂșn erstmals Drafting freigegeben.cite-ref-phelps-28-3[28] Damit spaltete sich Triathlon in zwei Wettkampfformate mit völlig unterschiedlicher Charakteristik: Auf der einen Seite der Kampf des Einzelnen gegen die Uhr bei verbotener Nutzung von Windschatten auf der Radstrecke, auf der anderen Seite Drafting-WettkĂ€mpfe, bei denen Athleten, die nicht vom Startschuss weg mit an der Spitze dabei waren, kaum noch eine Chance hatten.
1994 und 1995 ehrte die ITU erstmals Weltmeister ĂŒber die Langdistanz beim Triathlon International de Nice, seither wird deren Ausrichtung alljĂ€hrlich an eine andere Veranstaltung vergeben. Formal keine Weltmeisterschaft im eigentlichen Sinne ist der Ironman Hawaii, auch wenn dieser bereits seit 1982 â lange vor der GrĂŒndung von SportverbĂ€nden â den Begriff âIronman World Championshipâ als geschĂŒtztes Markenzeichen nutzte.cite-ref-tess-30-0[30] 1998 kam es zu einer Vereinbarung, die deren heute zum chinesischen Dalian Wanda Konzern gehörenden Veranstalter WTC die Verwendung des Markenzeichens zugesteht, ohne dass dies hierdurch einer durch einen Sportverband vergebenen Weltmeisterschaft entspreche.cite-ref-wtcituusat98-31-0[31]cite-ref-32[32] Die Vereinbarung wurde 2006 durch das CAS bestĂ€tigt.cite-ref-33[33] Die Situation ist im Triathlon â zumindest bezogen auf den deutschsprachigen Raum â damit Ă€hnlich wie z. B. im Radsport oder im Tennis, wo auch einzelne Veranstaltungen wie die Tour de France oder Wimbledon höhere Aufmerksamkeit als offizielle Meisterschaften genieĂen.
Seit 2009 wird die Weltmeisterschaft auf der olympischen Distanz nicht mehr bei einem einzelnen Wettkampf, sondern ĂŒber die ITU World Championship Series ausgetragen. Ebenfalls seit 2009 werden Weltmeisterschaften im Team Relay ausgetragen. Die Teams setzen sich aus je zwei Frauen und MĂ€nnern zusammen, jedes Mitglied absolviert nacheinander einen Super-Sprint aus 250 Meter Schwimmen, 6,6 Kilometer Radfahren und 1,6 Kilometer Laufen. Das Format ist Bestandteil Olympischer Jugendspiele und wurde 2013 in das Programm Olympischer Sommerspiele aufgenommen.cite-ref-34[34] 2015 war Triathlon auch Bestandteil der ersten European Games.
Die Strecken fĂŒr die Olympischen Spiele 2020 in Tokio betrugen fĂŒr Frauen und MĂ€nner jeweils 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen.cite-ref-35[35]
Preisgelder
Bereits Mitte der 1980er Jahre entwickelte sich ein Wettstreit der Veranstalter um Topathleten, um Medienaufmerksamkeit zur Optimierung der Vermarktung zu erreichen: Im Jahr 1985 wurden beim Triathlon Longue Distance de Nice 75.000 US-Dollar Preisgeld gezahlt. Um ein erneutes Fernbleiben der Topstars zu vermeiden,cite-ref-36[36] zog der Ironman Hawaii ein Jahr spĂ€ter mit 100.000 US-Dollar Preisgeld nach.cite-ref-37[37] 1993 lockte der Powerman Zofingen mit 200.000 US-Dollar als weltweit höchstem Preisgeld die Athleten. 1996 schuf âOnLine Sports Internationalâ den âInternational Triathlon Grand Prixâ mit 1 Million US-Dollar Preisgeld bei zehn WettkĂ€mpfen u. a. auf Hawaiicite-ref-38[38] und in Koblenzcite-ref-39[39], ĂŒber die weltweit im Fernsehen berichtet wurde.cite-ref-40[40] Die WTC zog nach und zahlte beim Ironman Hawaii 1997 insgesamt 250.000 US-Dollar aus.cite-ref-41[41] Ab 2002 veranstaltete eine amerikanische Fitness-Kette den Lifetime-Fitness Triathlon mit 500.000 US-Dollar Preisgeld 2004.cite-ref-42[42] Beim Ironman Hawaii kletterte das Gesamtpreisgeld 2002 daraufhin auf 430.000 US-Dollar und 2005 auf 580.000 US-Dollar.cite-ref-43[43] Das bisher höchste Preisgeld bei einem einzelnen Wettkampf wurde mit 1,1 Millionen US-Dollar beim Hy-Vee Triathlon in Des Moines ausgezahlt, wo alleine die Sieger 151.000 US-Dollar erhielten.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45] In der ITU World Championship Series ĂŒber die Kurzdistanz wurden 2015 insgesamt drei Millionen US-Dollar ausgeschĂŒttet, pro World-Triathlon-Series-Rennen 150.000 US-Dollar.cite-ref-46[46] Das höchste Preisgeld bei einem Wettkampf in Europa schĂŒttete 2014 und 2015 der ITU World Triathlon Hamburg mit 240.000 US-Dollar aus.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] 2015 betrug das Preisgeld beim Ironman Hawaii 650.000 US-Dollar.cite-ref-ironman-49-0[49]
Daneben veranstaltet die WTC aber auch zwanzig WettkĂ€mpfe in Nordamerika, bei denen 2015 ĂŒberhaupt kein Preisgeld gezahlt wurde.cite-ref-50[50] Um die Profi-Triathleten an seine Wettkampfserie zu binden, verlangt der Veranstalter WTC von ihnen seit 2011 fĂŒr eine Teilnahme auf Hawaii eine Qualifikation ĂŒber ein Punkte-System. In der Regel werden je Athlet hierzu mindestens vier WTC-WettkĂ€mpfe absolviert. Bei rund einem Drittel der Qualifikations-WettkĂ€mpfe erhĂ€lt der Sieger 3000 bzw. 5000 US-Dollar, der fĂŒnftplatzierte Profi gerade noch 500 US-Dollar.cite-ref-ironman-49-1[49]
Daniela Ryf und Mario Mola waren 2018 die Topverdiener, als einzige gelang es Ryf in diesem Jahr mit ihrem insgesamt gewonnenen Preisgeld die Grenze von 200.000 US-Dollar zu ĂŒberschreiten (201.000 US-Dollar; Stand: November 2018).cite-ref-51[51]
2015 konnten weltweit sechzehn mÀnnliche und achtzehn weibliche Profi-Triathleten insgesamt mehr als 50.000 Euro Preisgeld einnehmen.cite-ref-52[52]
Auch wenn hierzu ergĂ€nzend noch Antrittsgelder und Sponsorenzahlungen kommen können, liegen die Einnahmen von Profi-Triathleten deutlich unter denen in anderen populĂ€ren Sportarten. Kader-Mitglieder verfĂŒgen hĂ€ufig noch ĂŒber zusĂ€tzliche EinkĂŒnfte z. B. als Sportsoldat und durch die Sporthilfe und kommen so gemÀà einer Studie von 2010 auf ein durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen von 1608 Euro,cite-ref-53[53] andere Profi-Triathleten sind auf NebentĂ€tigkeiten angewiesen. Alleine im âKona Pro Ranking Systemâ des zur chinesischen Wanda Group gehörenden Veranstalters WTC, ĂŒber das sich Profis fĂŒr den Ironman Hawaii qualifizieren, waren im Jahr 2015 346 mĂ€nnliche und 205 weibliche Profi-Triathleten in gelistet.cite-ref-54[54]cite-ref-55[55] 18 Prozent von ihnen gelang das Vorhaben, exakt 57 mĂ€nnliche und 42 weibliche Triathlon-Profis fanden ihren Weg auf die Startliste,cite-ref-participant-list-hawaii-2015-56-0[56] von denen aber letztlich 80 % den Heimweg wieder ohne Preisgeld antraten.cite-ref-ironman-49-2[49] Ein wichtigeres Kriterium als die Preisgelder ist daher aus Sicht des Profis oft seine MedienprĂ€senz bei einer Veranstaltung, denn fĂŒr Sponsoren misst sich der Marktwert eines Athleten an der Berichterstattung in Presse und Fernsehen.
Einfluss der Medien
Die Frage, welcher Triathlon der âbedeutendereâ sei, wird in den Medien einzelner LĂ€nder und damit auch deren Ăffentlichkeit unterschiedlich beantwortet. So gibt es im deutschsprachigen Raum auĂer in der Fachpresse kaum Berichte ĂŒber ITU-Weltmeisterschaften ĂŒber die Langdistanz, auch wenn die Medaillen dort an bekannte Triathleten wie Chris McCormack, Craig Alexander, Marino Vanhoenacker, Luc Van Lierde, Greg Welch und Rob Barel sowie Chrissie Wellington, Mirinda Carfrae, Leanda Cave, Rachel Joyce, Caroline Steffen und Natascha Badmann gingen.
In zweiundzwanzig Jahren konnte sich seit einem zweiten Platz von Lothar Leder 1994 sowie einem dritten Platz des Schweizers Jean-Christophe Guinchard im Jahr 1997 noch kein einziger weiterer mĂ€nnlicher Athlet aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Siegespodest platzieren. Dagegen ging ĂŒber die HĂ€lfte der Podestplatzierungen bei den MĂ€nnern â 37 der von 1994 bis 2016 vergebenen 72 Medaillen â an dĂ€nische, britische und französische Athleten.
In deutschsprachiger Presse und Fernsehen und damit auch der Ăffentlichkeit genieĂt der Ironman Hawaii resultierend aus der Dominanz des in den 1990er Jahren mit Abstand gröĂten Triathlons in der Region, des Ironman Europe in Roth, bis heute eine erheblich höhere Aufmerksamkeit. WĂ€hrend dagegen dĂ€nische, britische und französische MĂ€nner bis auf einen dritten Platz durch TorbjĂžrn Sindballe 2007 noch kein einziges Mal wĂ€hrend der âFlower Ceremonyâ des Ironman Hawaii auf dem Siegespodest standen, dominierte dort bei den MĂ€nnern im Zeitraum 1993 bis 2015 kein anderes Land so wie Deutschland: 24 Podestplatzierungen erreichten deutsche MĂ€nner in dieser Zeit beim Ironman Hawaii â doppelt so viele wie Australien (zwölf Medaillen) oder die USA (elf Medaillen).
Bei Weltmeisterschaften ĂŒber die olympische Distanz gingen von 1989 bis 2015 â Frauen und MĂ€nner zusammen betrachtet â fast ein Drittel (47) der Medaillen an Australien. Zusammen mit GroĂbritannien und Neuseeland stellten diese drei LĂ€nder 55 % (89 von 162) der Podestplatzierungen. Deutsche Athleten standen in diesen 27 Jahren acht Mal auf dem Siegespodest, darunter ein einziges Mal durch Daniel Unger 2007 als Weltmeister. Nur vier der 162 Medaillen wurden Schweizer Athleten verliehen, dagegen standen beim Ironman Hawaii in den zwei Dekaden seit 1996 gerade bei den Frauen die Athletinnen keines Landes auĂer denen aus der Alpenrepublik öfter auf dem Siegerpodest: Zwölf Mal kamen Schweizerinnen von 1996 bis 2015 unter die Top 3 auf Hawaii.
Entwicklung von Teilnehmerzahlen und WettkÀmpfen
Zunehmende Berichterstattung in den Medien sorgte fĂŒr eine kontinuierlich steigende Zahl von WettkĂ€mpfen und Teilnehmern und umgekehrt:
âą In GroĂbritannien wurden aus 803 TriathlonwettkĂ€mpfen mit kumuliert 120.620 Startern im Jahr 2009 insgesamt 1.207 Triathlons mit zusammen 196.303 Starterncite-ref-58[58]
⹠In Australien stieg die Zahl der ausgegebenen StartpÀsse von 9.744 im Jahr 2010 auf 21.445 im Jahr 2014, insgesamt wurden 154.467 Starter bei australischen Triathlons 2014 gezÀhlt.cite-ref-59[59]
⹠In Frankreich stieg die Zahl der ausgegebenen StartpÀsse von 20.451 im Jahr 2004 auf 46.720 im Jahr 2014.cite-ref-60[60]
âą In Deutschland wuchs die Zahl der Teilnehmer an Triathlonveranstaltungen von 90.000 im Jahr 2003 auf 270.000 bei rund 630 TriathlonwettkĂ€mpfen im Jahr 2017, ĂŒber 27.000 StartpĂ€sse gab die DTU 2017 aus.cite-ref-tiathlonzahlen-61-0[61] Die Mitgliederanzahl wuchs kontinuierlich von rund 23.000 im Jahr 2002 auf rund 55.000 im Jahr 2015.cite-ref-62[62]
1983 fĂŒhrte der Ironman Hawaii erstmals Qualifikationskriterien ein,cite-ref-67[67] 2002 verfĂŒgte die WTC ĂŒber ein Netzwerk von neun Qualifikationsrennen in den USA und dreizehn weiteren weltweit,cite-ref-68[68] 40.000 Triathleten weltweit alleine an diesen WettkĂ€mpfen zahlten damals fĂŒr ihre Teilnahme ein durchschnittliches Startgeld von 375 US-Dollar. 2005 fĂŒhrte die WTC zusĂ€tzlich ihre neue Triathlon-Marke Ironman 70.3 ĂŒber die halbe Distanz des Ironman Hawaii ein. 2008 nahmen bereits 88.000 Triathleten weltweit an WettkĂ€mpfen der Marken der WTC teil, die durchschnittlichen TeilnahmegebĂŒhren waren seit 2002 um 40 Prozent gestiegen.cite-ref-69[69] Nachdem die WTC 2008 in den Besitz eines Private-Equity-Unternehmen wanderte, wuchs die Zahl ihrer WettkĂ€mpfe bis 2013 auf 83 WettkĂ€mpfe. Unter dem Label des gröĂten Wettbewerbers, der Challenge Family, wurden 2015 weltweit siebenunddreiĂig TriathlonwettkĂ€mpfe ĂŒber unterschiedliche Distanzen organisiert, wobei deren durchschnittliche Preisgelder geringfĂŒgig höher als bei den WettkĂ€mpfen des MarktfĂŒhrers WTC lagen.cite-ref-70[70]
Triathlon in Deutschland
Siehe auch
:
Geschichte des Triathlons in Deutschland
Beginnend in den 1980er Jahren entstand sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR (dort zunĂ€chst Ausdauerdreikampf bzw. A3K genannt) eine Triathlonkultur in Deutschland. Die Deutsche Triathlon Union entstand als neuer sportlicher Dachverband. Im Zuge des allgemeinen Fitnesstrends etablierte sich Triathlon rasch als Breitensport. In den 1990er Jahren lagen die Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum auĂer beim Ironman Europe, der alleine 1998 viertausend Anmeldungen fĂŒr 2700 StartplĂ€tze erhielt, in der Regel bei höchstens einigen hundert Triathleten. Zu Beginn der 2000er Jahre etablierten sich neben der Challenge Roth mit dem Ironman Germany, dem Ironman Austria, dem Köln-Triathlon und dem Challenge Kraichgau, aus dem 2015 der Ironman 70.3 Kraichgau wurde, weitere teilnehmerstarke Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern. 2002 entstand in Hamburg der Holsten City-Man, der im Laufe der Jahre sogar auf eine fĂŒnfstellige Teilnehmerzahl anwuchs und 2015 als ITU World Triathlon Hamburg mit 240.000 US-Dollar das höchste Preisgeld in Deutschland ausschĂŒttete. Daneben entwickelten sich in zahlreichen StĂ€dten Triathlonveranstaltungen mit vierstelliger Teilnehmerzahl, wobei hĂ€ufig EinsteigerwettkĂ€mpfe ĂŒber die Sprintdistanz, Kurzdistanzen und manchmal auch Triathlonliga-Rennen verknĂŒpft werden. Rund 630 Triathlonveranstaltungen fanden 2017 in Deutschland statt. Addiert man deren Teilnehmerzahlen, kommen insgesamt 270.000 Starter zusammen. 2003 wurden insgesamt 90.000 Starter gezĂ€hlt.cite-ref-tiathlonzahlen-61-1[61] Neben deutschen Meisterschaften veranstaltet die Deutsche Triathlon Union die Deutsche Triathlonliga mit der 1. Bundesliga und einer in zwei Staffeln aufgeteilten 2. Bundesliga (Nord und SĂŒd). Darunter werden Regionalligen in sechs Regionen und weitere Ligen auf Landesebene durchgefĂŒhrt.
Insbesondere im lĂ€ndlichen Bereich des deutschsprachigen Raums war 2015 bereits gegen Zahlung eines niedrigen zweistelligen Betrags eine Teilnahme an einem der vielen Volkstriathlons möglich. Die höchsten TeilnahmegebĂŒhren in Deutschland fielen beim Ironman Germany in Frankfurt an, der ĂŒber 3000 Anmeldungen 2015 erhielt. Hier hatte jeder Triathlet 515 Euro zuzĂŒglich sechs Prozent GebĂŒhren fĂŒr eine Aufnahme in die Startliste zu zahlen.cite-ref-71[71] 2009 waren in Frankfurt noch 400 ⏠zu entrichten gewesen,cite-ref-faz04072009-72-0[72] bei der Premiere 2002 reichten sogar noch 500 DM (255 Euro).cite-ref-73[73] Als 1988 der Ironman Europe in Roth erstmals als Qualifikationswettkampf fĂŒr Hawaii stattfand, war dies der erste Triathlon in Deutschland, fĂŒr den die damals 706 Anmeldenden mit je 105 DM (54 âŹ) einen dreistelligen Betrag bezahlen mussten.
Teilnehmerstruktur
Sozialstruktur
Triathlon kann grundsĂ€tzlich ein kostengĂŒnstiger Sport sein, denn zu einer Teilnahme sind nicht viel mehr als ein in fast jedem Haushalt verfĂŒgbares Fahrrad, ein paar Laufschuhe und Badebekleidung erforderlich; vielerorts sind fĂŒr Veranstaltungen TeilnahmegebĂŒhren von einem niedrigen zweistelligen Geldbetrag aufzuwenden. Wird der Sport ambitionierter betrieben, geben die Athleten, die im Schnitt in Deutschland 38 Jahre alt sind, oft mehrere tausend Euro fĂŒr ihr Hobby aus.cite-ref-74[74] Dies beinhaltet neben hochwertigen RennrĂ€dern auch die AusrĂŒstung fĂŒr Schwimmen und Laufen, hinzu kommen Trainingslager, Kosten fĂŒr Einzeltraining und eine gezielte ErnĂ€hrung. 2016 betrug z. B. die TeilnahmegebĂŒhr am Ironman Hawaii 918 US-Dollar zuzĂŒglich Reisekosten,cite-ref-75[75] dazu kommen nicht unerhebliche Ausgaben fĂŒr die Teilnahme an einem Qualifikationswettbewerb. Entsprechend stellen die am AusrĂŒstungsmarkt beteiligten Anbieter fest, dass Triathleten ĂŒber ein ĂŒberdurchschnittliches Einkommen verfĂŒgen und bereit sind, das fĂŒr ihren Sport auszugeben. Eine Sportmarketing-Studie von 2009 sieht Triathlon auf Platz fĂŒnf unter den Sportarten mit dem gröĂten Potenzial fĂŒr Sponsoren.cite-ref-zeit090723-76-0[76]
Der Veranstalter des Ironman Switzerland wirbt seine Sponsoren damit, dass 81 % seiner Teilnehmer ĂŒber einen akademischen Grad als Bachelor, Master oder Nachdiplom verfĂŒgen, weitere 12 % haben zumindest ein Gymnasium absolviert.cite-ref-77[77] Der Veranstalter Xterra nannte bereits 2010 fĂŒr Triathleten in den USA ein durchschnittliches Einkommen von 126.000 US-Dollar.cite-ref-78[78] Der heute zum chinesischen Dalian Wanda Konzern gehörende Veranstalter WTC nannte 2010 gar ein durchschnittliches Einkommen seiner Teilnehmer von 160.000 US-Dollar.cite-ref-79[79]
Der Lehrstuhl fĂŒr BWL an der UniversitĂ€t Bamberg stellte in einer Studie fest, dass die AusĂŒbung von Triathlon und beruflicher Erfolg auf vielen Ebenen miteinander verschmelzen. In dem von Individualisten geprĂ€gten Sport werden FĂ€higkeiten ausgebaut, die in das berufliche Handlungsfeld ĂŒbertragen fĂŒr FĂŒhrungspositionen hilfreich sind. Hierzu zĂ€hlen Durchhaltevermögen, Willenskraft, eine realistische EinschĂ€tzung der eigenen Leistungsmöglichkeit und intrinsische Motivation, dazu fördert körperliche Fitness die psychologische Belastbarkeit.cite-ref-80[80] Entsprechend entwickelte sich âIronmanâ zum Statussymbol fĂŒr den Lebenslauf.cite-ref-zeit090723-76-1[76]
Geschlechts- und altersspezifische Merkmale im Breitensport
International
Erheblich unterscheidet sich das VerhĂ€ltnis der Anzahl mĂ€nnlicher und weiblicher Triathleten international. In Neuseeland und Kanada ist der Anteil von Triathletinnen an WettkĂ€mpfen der Marken âIronmanâ und âIronman 70.3â fĂŒnf- bis sechsmal höher als in Spanien oder Italien und auch mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland und Ăsterreich.cite-ref-slowtwitch150414-81-1[81]cite-ref-82[82]
Ăhnliches ist auch in anderen Ausdauersportarten zu beobachten: Beim Berlin-Marathon liegt der Anteil der Frauen an den Teilnehmern bei 24 %, wĂ€hrend er bei US-amerikanischen MarathonlĂ€ufen durchschnittlich 43 % betrĂ€gt. Beim Berliner Halbmarathon sind nur 37 % der Teilnehmer Frauen, in den USA dagegen sind 61 % der LĂ€ufer auf dieser Distanz weiblich.cite-ref-83[83]
Deutschland
In den Anfangsjahren des Triathlon hatten Triathletinnen Exoten-Status: Beim ersten Ironman Europe 1988 waren 97 % der erfolgreichen Teilnehmer mĂ€nnlich.cite-ref-84[84] Trotz kontinuierlichem Anstieg in der Folgezeit erreichte der Anteil der Triathletinnen nur 16,6 % als bisheriges Maximum beim teilnehmerstĂ€rksten Langdistanz-Triathlon, dem Challenge Roth (2014). Beim Hamburg Triathlon mit seinen bezĂŒglich Starteranzahl mit Roth vergleichbaren Wettkampfformaten wuchs der Anteil der Triathletinnen auf der olympischen Distanz von 9,5 % bei der Premiere 2002 kontinuierlich auf 20,5 % 2015, auf der Sprintdistanz sogar von 19,1 % auf 35,5 %.
Gravierend ist der Unterschied in der Altersstruktur: WĂ€hrend 2015 gleich viele mĂ€nnliche und weibliche Triathleten unter dreiĂig Jahren auf der Sprintdistanz in Hamburg starteten, sank der Anteil der Triathletinnen in den höheren Altersklassen rapide. Absolut nahmen in der Altersklasse der 30- bis 34-JĂ€hrigen die meisten Triathletinnen teil, die gröĂte Anzahl mĂ€nnlicher Triathleten kam dagegen in der Altersklasse der 45- bis 49-JĂ€hrigen ins Ziel. Auf der Langdistanz beim Challenge Roth 2015 war der Anteil der Triathletinnen unter den 30â34-jĂ€hrigen Teilnehmern am höchsten (20 %). Die Altersklasse 35â39 Jahre war die mit der absolut gröĂten Anzahl an Triathletinnen, wĂ€hrend die teilnehmerstĂ€rkste Altersklasse der MĂ€nner auch in Roth die von 45 bis 49 Jahren war.
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Eine Studie ergab als signifikante Unterschiede im Selbstbild deutscher Langdistanz-Triathleten, dass sich MĂ€nner selbst eher als Leistungssportler einordnen, Triathletinnen sich dagegen ĂŒberwiegend als Breitensportler sehen. WĂ€hrend Langdistanz-Triathletinnen gleichermaĂen auch mit Freunden oder ihrem Partner trainieren, bereiten sich MĂ€nner zu 70 % alleine auf WettkĂ€mpfe vor. Die Mehrzahl der mĂ€nnlichen Triathleten hat mindestens ein Kind, dagegen sind fast zwei Drittel der Triathletinnen kinderlos.cite-ref-bellstedt-85-0[85]
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Geschlechtsspezifische Unterschiede im Leistungssport
Seit Athleten-Protesten wegen unterschiedlicher Verteilung der Preisgelder vor den ersten offiziellen Triathlon-Weltmeisterschaften 1989 in Avignoncite-ref-phelps-28-4[28] gibt es bei Weltcups wie auch Weltmeisterschaften der Elite eine paritÀtische Preisgeldverteilung.cite-ref-88[88] Auch die Startplatzanzahl bei Olympischen Spielen ist unabhÀngig vom Geschlecht.
In Deutschland kam es im Jahr 2000 bei den deutschen Meisterschaften ĂŒber die Mitteldistanz zu Protesten: 20 % des Preisgelds von 20.000 DM ging an die schnellsten drei Triathletinnen, 80 % an die MĂ€nner bis Platz zehn.cite-ref-89[89] Die Athletinnen machten den fĂŒr einen Sieg vom Geschlecht unabhĂ€ngigen Trainingsaufwand geltend. Im Folgejahr wurde daraufhin ein Jagdstart, bei dem Triathletinnen einige Minuten frĂŒher starteten, eingefĂŒhrt. Das Preisgeld wurde unabhĂ€ngig vom Geschlecht in der Reihenfolge des Zieleinlaufs gezahlt.cite-ref-90[90] Den gleichen Austragungsmodus hatte es in den 1990er Jahren bereits beim Powerman Zofingen gegeben, damals der Wettkampf mit dem weltweit höchsten Preisgeld in der Triathlonszene.cite-ref-91[91] 2002 ĂŒbernahm die Fitnesskette Life Time Fitness die Idee und initiierte den Battle of the Sexes Triathlon in Minneapolis,cite-ref-92[92] ab dem Folgejahr mit 500.000 US-Dollar Preisgeld der damals höchstdotierte Triathlon weltweit.cite-ref-93[93]
Der Veranstalter WTC schĂŒttet bei WettkĂ€mpfen seiner Marken âIronmanâ und âIronman 70.3â Preisgeld paritĂ€tisch aus. Die höchste Preisgeldsumme schreibt er bei seinen Saison-Höhepunkten, die er unter seinem geschĂŒtzten Markenzeichen âIronman World Championshipâ und âIronman 70.3 World Championshipâ vermarktet,cite-ref-tess-30-1[30] aus. Der Qualifikationsmodus mit 50 StartplĂ€tzen fĂŒr mĂ€nnliche und 35 fĂŒr weibliche Profis fĂŒhrt dazu, dass Profi-Triathletinnen durchschnittlich 21 % mehr WettkĂ€mpfe (im Mittel 3,4 zu 2,8) absolvieren mĂŒssen.cite-ref-94[94]
Bei rund einem Drittel der Qualifikations-WettkĂ€mpfe erhĂ€lt ein fĂŒnftplatzierter Profi dabei gerade noch 500 US-Dollar, was in der Regel nicht einmal seine Reisekosten deckt.cite-ref-ironman-49-3[49] Unter dem Hashtag #50womentokona startete eine Social-Media-Initiative mit einem von mehreren hundert UnterstĂŒtzern unterzeichneten offenen Brief.cite-ref-95[95] Die Firma WTC lehnt eine paritĂ€tische Vergabe der Profi-StartplĂ€tze wegen der geringeren Anzahl weiblicher Amateure ab.cite-ref-96[96] AuĂerdem wĂ€ren die 15 zusĂ€tzlichen StartplĂ€tze dann an anderer Stelle â wahrscheinlich bei den MĂ€nnern â zu streichen.cite-ref-97[97] Gleichzeitig erhöhte die WTC aber das Gesamtstarterfeld beim Ironman Hawaii (inklusive Amateuren) von 2185 Athleten (2013)cite-ref-98[98] auf 2472 Athleten (2018).cite-ref-99[99]
Organisationen
SportverbÀnde
Zu den Aufgaben der SportverbĂ€nde zĂ€hlt u. a. die Weiterentwicklung eines einheitlichen Regelwerks sowie deren Bewahrung durch die Ausbildung von Kampfrichtern zur Sicherstellung eines sicheren und fairen Wettkampfbetriebs, strukturelle Organisation und Förderung des Verbands- und Vereinswesens, die Nachwuchsarbeit, internationale Absprachen zwischen den LandesverbĂ€nden, die Koordination des olympischen Leistungssports (die Nominierung von Athleten fĂŒr Olympische Spiele erfolgt durch die NOKs auf Vorschlag der LandesverbĂ€nde), DurchfĂŒhrung und Fortentwicklung des Doping-Kontroll-Systems in Zusammenarbeit mit NADA und WADA sowie die Vergabe der Ausrichtung von nationalen, kontinentalen sowie Weltmeisterschaften.cite-ref-100[100]
Zur Entwicklung der Mitgliederzahlen der VerbÀnde siehe auch: Entwicklung von Teilnehmerzahlen und WettkÀmpfen
âą International Triathlon Union (ITU), internationaler Dachverband, der die Sportart Triathlon im IOC und Sportaccord
⹠European Triathlon Union (ETU), europÀischer Dachverband
âą Deutsche Triathlon Union (DTU), vertritt als deutscher Dachverband die Sportart Triathlon im DOSB sowie Deutschland in der ETU und der ITU
âą Ăsterreichischer Triathlonverband (ĂTRV), vertritt als österreichischer Dachverband die Sportart Triathlon im ĂOC sowie Ăsterreich in der ETU und der ITU
âą Swiss Triathlon, vertritt als Schweizer Dachverband die Sportart Triathlon in Swiss Olympic sowie die Schweiz in der ETU und der ITU
Weitere Organisationen
âą International Ultra Triathlon Association (IUTA), Interessensgemeinschaft u. a. zur Koordination fĂŒr ĂŒber das Regelwerk der ITU hinausgehende Wettkampfdistanzen, kein Mitglied im IOC oder Sportaccord, ohne int. Anerkennung.
Veranstalter und wichtige Rennserien
Siehe auch
:
Triathlon bei den Olympischen Spielen
VerbÀnde auf internationaler Ebene
Die internationale Organisation liegt bei der International Triathlon Union (ITU): u. a. ITU World Championship Series und Weltcups
âą European Triathlon Union (ETU): 43 nationale Organisationen; Europameisterschaften auf den verschiedenen Distanzen
âą Pan American Triathlon Confederation (PATCO): 36 nationale Organisationen
âą Asian Triathlon Confederation (ASTC): 22 nationale Organisationen
âą Africa Triathlon Union (ATU): 11 nationale Organisationen
âą Oceania Triathlon Union (OTU): 10 nationale Organisationen
Organisationen auf nationaler Ebene
FĂŒr die Organisation der Rennen in den einzelnen Nationen und der Aufstellung und Förderung eines Nationalkaders sowie der Vereine sind nationale Organisationen zustĂ€ndig, dies sind z. B.:
âą Deutsche Triathlon Union (DTU): u. a. Triathlon-Bundesliga (deutsche Club-Meisterschaftsserie)
âą Ăsterreichischer Triathlonverband (Austrian Triathlon Federation, ĂTRV oder TRI Austria)
âą Swiss Triathlon
⹠Fédération Française de Triathlon (F.F.TRI.): u. a. Grand Prix de Triathlon (französische Club-Meisterschaftsserie)
Kommerzielle Veranstalter
âą WTC (Dalian-Wanda): Ironman Hawaii, Ironman Germany, Ironman Austria, Ironman Switzerland, Ironman 70.3 Germany und ĂŒber hundert weitere Veranstaltungen, Inhaber der Rechte an den Marken Ironman, Ironman 70.3, 5i50 u. a.
âą International Management Group (IMG): u. a. London Triathlon (weltweit teilnehmerstĂ€rkster Triathlon),cite-ref-101[101] Escape from Alcatraz Triathlon, Blenheim Triathlon, Alpe dâHuez Triathlon, Barcelona Triathlon
âą Team Challenge GmbH: Challenge Roth und ĂŒber die Challenge Family Lizenzgeber fĂŒr weltweit ĂŒber vierzig weitere Triathlon-Veranstaltungen unter dem Label Challenge
⹠LagardÚre Sports (bis 2008 Upsolut), im Januar 2016 von der chinesischen Dalian Wanda Group aufgekauft worden: Veranstalter des ITU World Triathlon Hamburg, mit 10.000 Teilnehmern neben dem London Triathlon eine der weltweit teilnehmerstÀrksten Veranstaltungen, sowie u. a. des ITU World Triathlon Stockholm, des ITU World Triathlon Abu Dhabi, des ITU World Triathlon Kapstadt und des ITU World Triathlon Leeds.cite-ref-102[102]
âą Revolution3 Triathlon (Rev3Tri): Veranstalter einer Serie von TriathlonwettkĂ€mpfen in den USA ĂŒber die halbe und ganz Ironman-Distanz
âą Life Time Fitness: Veranstalter der Life Time Tri Series in den USA mit u. a. dem New York City Triathlon, dem Chicago Triathlon und dem Life Time Tri Minneapolis.
⹠ICAN Triathlon Series: Veranstalter einer europÀischen Serie von Mittel- und Langdistanztriathlons (Full ICAN Gandia, Half ICAN Amsterdam, ICAN57 Benicassim, Half ICAN Germany Nordhausen, Half ICAN Barcelona)
âą Ocean Lava: EuropĂ€ische Serie ĂŒber die halbe Ironman-Distanz mit Höhepunkt auf Lanzarote
âą Super League Triathlon: 2017 von Chris McCormack gegrĂŒndete Rennserie
âą Xterra: Veranstalter einer weltweiten Serie im Cross-Triathlon
Distanzen
Junioren, Elite und Breitensport
Die unterschiedlichen Wettkampfdistanzen beim Triathlon sind in den Competition Rules der ITUcite-ref-itu-rules-103-0[103] sowie der Sportordnung der DTU,cite-ref-dtu-rules-104-0[104] dem Wettkampfreglement von Swiss Triathloncite-ref-swi-rules-105-0[105] und der ĂTRV Sportordnungcite-ref-trv-rules-106-0[106] festgelegt und Basis fĂŒr die sportrechtliche Genehmigung der Veranstaltung. Abweichungen sind vom Veranstalter in der Wettkampfausschreibung herauszustellen. Die Wettkampfstrecken sind in der Regel nicht offiziell vermessen und können auf Grund von örtlichen Gegebenheiten in den einzelnen Teildisziplinen um ± 10 % von den Standardstrecken abweichen.
Bei vielen WettkĂ€mpfen auf allen Distanzen bieten die Veranstalter auch Staffelwettbewerbe fĂŒr MĂ€nner-, Frauen- und Mixed-Teams an, bei denen sich bis zu drei Personen die Disziplinen aufteilen. Diese Form des Staffel-Triathlons ist nicht zu verwechseln mit dem Wettkampfformat Team Relay, in dem jedes Teammitglied einen kompletten Triathlon absolviert und dann jeweils an das nĂ€chste Teammitglied ĂŒbergibt.
| Bezeichnung | Bezeichnung | SchwimÂmen | RadÂfahren | LauÂfen |
|---|---|---|---|---|
| Team Relay | Team Relay | 0,2â0,3 km | 5â8 km | 1,2â2,0 km |
| | nur Junioren-, U23- und Elite-WettkÀmpfe (regionale und nationale Vereins-Meisterschaften, ITU World Championship , Olympische Sommerspiele) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) |
| Super-Sprint | Super-Sprint | 0,25â0,5 km | bis zu 20 km | bis zu 5 km |
| Sprintdistanz | Sprintdistanz | bis zu 0,75 km | bis zu 20 km | bis zu 5 km |
| | Volks- und Jedermanntriathlons (Teilnahme ab 16 Jahre, keine Startpasspflicht) | Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race) | Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race) | Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race) |
| | Junioren-, U23- und Elite-WettkÀmpfe (regionale und nationale Meisterschaften, Triathlon-Bundesliga , Grand Prix de Triathlon , ITU World Championship Series ) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) |
| Olympische Distanz bzw. Kurzdistanz | Olympische Distanz bzw. Kurzdistanz | 1,5 km | 40 km | 10 km |
| | Meisterschaften fĂŒr Altersklassen und sonstige Breitensportveranstaltungen Beispiele fĂŒr spezielle Marken: 5150 (Veranstalter WTC ), Challenge Olympic ( Challenge Family ) | Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race) | Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race) | Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race) |
| | U23- und Elite-WettkÀmpfe (regionale und nationale Meisterschaften, Triathlon-Bundesliga , Grand Prix de Triathlon , ITU World Championship Series , Olympische Sommerspiele) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) | mit Windschattenfreigabe auf der Radstrecke (Drafting-Race) |
| Mitteldistanz 1 | Mitteldistanz 1 | 1,9â3 km | 80â90 km | 20â21 km |
| | Beispiele fĂŒr spezielle Marken: Ironman 70.3 ( WTC ), Challenge Half ( Challenge Family ), Ocean Lava, ICAN Teilnehmerstarke WettkĂ€mpfe im deutschsprachigen Raum: Ironman 70.3 Germany , AllgĂ€u Triathlon , Ironman 70.3 Kraichgau , Challenge Heilbronn , Köln-Triathlon , Ironman 70.3 RĂŒgen, Ironman 70.3 Austria , Ironman 70.3 Zell am See, Ironman 70.3 Switzerland | 1,9 km (1,2 mile ) | 90 km (56 mile ) | 21,1 km (13,1 mile ) |
| Langdistanz 1 2 | Langdistanz 1 2 | 1â4 km | 100â200 km | 10â42,2 km |
| | Beispiele fĂŒr spezielle Marken: Ironman ( WTC ), Challenge Full ( Challenge Family ), ICAN, Rev3 Teilnehmerstarke WettkĂ€mpfe im deutschsprachigen Raum: Ironman Germany , Challenge Roth , Ostseeman , Ironman Austria , Austria-Triathlon , Ironman Switzerland | 3,86 km (2,4 mile ) | 180 km (112 mile ) | 42,2 km (26,2 mile ) |
Auf der Mittel- und Langdistanz besteht ein grundsÀtzliches Windschattenverbot auf der Radstrecke (Non-Drafting-Race)
2005 fĂŒhrte die ITU die Begriffe
Double Olympic
(O2, 3 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 20 km Laufen) sowie
Triple Olympic
(O3, 4 km Schwimmen, 120 km Radfahren und 30 km Laufen) ein.
In der Fassung der ITU Competition Rules von 2012 wurde
Long Distance
wieder weiter gefasst und lieà dem Ausrichter Spielraum, um die Distanzen gemÀà der örtlichen Gegebenheiten auszulegen. 2013 wurden die Bezeichnungen O2 und O3 gestrichen, stattdessen ergÀnzend noch die
Middle Distance
eingefĂŒhrt.
Einzig die ĂTRV-Sportordnung sieht noch die Distanzen O2 und O3 vor.
Als exotischere Varianten, die nicht unter das Regelwerk der ITU fallen, werden auch Ultratriathlons mit StreckenlĂ€ngen, die ein Vielfaches der Ironman-Distanz betragen und sich oft mit einer in der Regel nicht mehr als zweistelligen Teilnehmerzahl ĂŒber mehrere Tage erstrecken, veranstaltet. Ein Beispiel ist der Ultraman ĂŒber 10 km Schwimmen, 421 km auf dem Rad und 84 km Laufen ĂŒber drei Tage, der im kanadischen Penticton sowie als Ultraman Hawaii stattfindet. Der lĂ€ngste je gelaufene Triathlon war 9555 km lang und wurde von dem Italiener Luigi Castelli vollbracht.cite-ref-108[108]
Kinder und Jugendliche
Die maximal zulĂ€ssigen Distanzen fĂŒr Kinder und Jugendliche sind national unterschiedlich reglementiert. Generell ist ab dem Kalenderjahr, in dem ein Jugendlicher sechzehn Jahre alt wird, die Teilnahme an Volkstriathlons möglich.cite-ref-ordnung-109-0[109] In Deutschland ist fĂŒr Kinder und Jugendliche die zulĂ€ssige AbrolllĂ€nge limitiert.
| Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a | Maximaldistanz je Altersklasse fĂŒr Kinder und Jugendliche (S â R â L) a |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Alter b | Deutschland Deutschland [ 109 ] | Osterreich Ăsterreich [ 106 ] | Schweiz Schweiz [ 105 ] | Frankreich Frankreich [ 110 ] | | | | |
| ab 6 | 0,05 â 1 â 0,2 | c | c | 0,05 â 1 â 0,5 | | | | |
| ab 8 | 0,1 â 2,5 â 0,4 | c | c | 0,1 â 2,0 â 1,0 | | | | |
| ab 10 | 0,2 â 5 â 1 | 0,3 â 8 â 2 | 0,1 â 2,5 â 0,5 | 0,2 â 4,0 â 1,5 | | | | |
| ab 12 | 0,4 â 10 â 2,5 | 0,3 â 8 â 2 | 0,2 â 5 â 1 | 0,3 â 6,0 â 2,0 | | | | |
| ab 14 | 0,4 â 10 â 2,5 | 0,5 â 13,3 â 3,3 | 0,4 â 10 â 2,5 | 0,3 â 6,0 â 2,0 | | | | |
Maximaldistanzen je Altersklasse und Teil-Disziplin in Kilometer, d. h. z. B. fĂŒr ein sechsjĂ€hriges Kind in Deutschland maximal 50 m Schwimmen, maximal 1 km Radfahren und maximal 200 m Laufen.
Relevant ist das Alter am 31. Dezember des Wettkampfjahres, nicht das am Wettkampftag
Die Sportordnungen des österreichischen und die des Schweizer Triathlonverbandes geben erst ab einem Alter von zehn Jahren Maximaldistanzen vor.
Bekannte Triathleten
MĂ€nner
Siehe auch: Bestenlisten deutscher sowie österreichischer und Schweizer Triathleten auf der Ironman-Distanz
âą Der MĂŒnchner Faris Al-Sultan wurde 2000 in Kulmbach als 22-JĂ€hriger erstmals Deutscher Meister ĂŒber die Langdistanz. 2002 wurde Al-Sultan in Immenstadt Deutscher Meister ĂŒber die Mitteldistanz, 2004 beim Challenge Roth erneut Deutscher Meister ĂŒber die Ironman-Distanz sowie Dritter beim Ironman Hawaii. 2005 gewann Faris al Sultan in einer Zeit von 8:14:17 h als dritter deutscher Triathlet den Ironman Hawaii, im Jahr darauf erreichte er einen dritten Platz. 2011 siegte er beim Ironman Frankfurt in 8:13:50 h.
âą Mark Allen (USA) gewann Hawaii 6-mal (1989, 1990, 1991, 1992, 1993, 1995). Er startete und siegte 10-mal beim Triathlon Longue Distance de Nice und war der erste Weltmeister auf der olympischen Distanz (1989). Allen spielte bei seinen Siegen seine LaufstĂ€rke gemeinsam mit seiner mentalen StĂ€rke aus, die ihn fĂŒr Jahre unschlagbar machten. Auch groĂe AbstĂ€nde nach dem Radfahren kompensierte er durch seine LaufstĂ€rke. So holte er 1995 einen RĂŒckstand von 13 min auf Thomas Hellriegel auf, einen Ă€hnlichen Abstand auf Yves Cordier (Frankreich) bei dem abschlieĂenden 30-km-Lauf in Nizza.
⹠Dirk Aschmoneit war als sehr erfolgreicher Triathlet in den 1980er Jahren und Anfang der 1990er Jahre eine der ersten deutschen Identifikationsfiguren im Triathlon. Er gewann als erster Deutscher einen Ironman (Neuseeland). Bereits damals war es seine StÀrke auf dem Rad, die einem Deutschen diesen Sieg bescherte.
âą Magnus Ditlev (DĂ€nemark) gewann dreimal in Folge die Langdistanz bei der Challenge Roth und verbesserte bei seinen beiden Siegen 2023 und 2024 jeweils die Weltbestzeit. Er wird als schnellster Athlet mit 7:23:24 h in der Bestenliste der Triathleten auf der Ironman-Distanz gefĂŒhrt.
âą Der Neusser Wolfgang Dittrich dominierte bis in die Mitte der 1990er Jahre das Ironman-Geschehen regelmĂ€Ăig bis zum Laufen. Dittrich stieg hĂ€ufig als Erster aus dem Wasser, so zum Beispiel bei jedem Ironman Hawaii von 1987 bis 1993 (auĂer 1988). 1991 sowie 1989 â dem Jahr des Iron-War zwischen Allen und Scott â ging er sogar als erster Athlet auf die Laufstrecke. Ihm gelang nie ein ganz groĂer internationaler Sieg, weil die anderen Athleten in der Regel taktisch fuhren (siehe Mark Allen). 1987 wurde er Deutscher Meister, 1988 verfehlte er die Qualifikation fĂŒr die Olympischen Spiele in Seoul im 1500-m-Schwimmen nur knapp. Seine beste Platzierung auf Hawaii war 1993 ein dritter Platz.
âą Jan Frodeno gewann 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking die erste Goldmedaille fĂŒr Deutschland in dieser Sportart. 2015 gewann er den Ironman in Frankfurt mit einem neuen Streckenrekord von 7:49:48 h. Mit seinem Sieg beim Ironman Hawaii 2015 ist er der erste Triathlet, der sowohl den Olympiasieg, die Ironman 70.3 World Championship als auch den Ironman Hawaii gewinnen konnte. Im Juli 2016 stellte er mit 7:35:39 Stunden auf der Triathlon-Langdistanz eine neue Weltbestzeit auf.cite-ref-111[111] Als erster Triathlet ĂŒberhaupt wurde Frodeno 2015 zum Sportler des Jahres gewĂ€hlt. Im Oktober 2019 verbesserte er bei seinem dritten Sieg den Streckenrekord des Ironman Hawaii auf 7:51:13 Stunden. Zwei Jahre spĂ€ter, im Jahr 2021, gelang ihm abermals eine neue Bestzeit mit 7:27:53 Stunden.
âą Marcel Heinig ist Weltmeister im 10-fachen Langtriathlon 2008, Gesamtweltcupsieger 2008 der Ultratriathleten sowie Weltrekordinhaber im 10-Tage-Triathlon mit insgesamt 75 km Schwimmen, 2000 km Radfahren und 500 km Laufen.
âą Der Bruchsaler Thomas Hellriegel ist einer der erfolgreichsten deutschen Triathleten auf der Langdistanz. Bei sechzehn Starts auf Hawaii kam er acht Mal in die Top Ten und war sechsmal bester deutscher Starter. 1997 konnte der Vizeeuropameister von 1993 als erster Deutscher die Ironman World Championship gewinnen.
âą Der Musiker Joey Kelly nahm 1997/98 erfolgreich innerhalb von zwölf Monaten an allen der damals sieben Ironman-QualifikationswettkĂ€mpfen auĂerhalb der USA teil. Auch wenn er sich letztlich nur im Mittelfeld platzierte, sorgten seine Starts dafĂŒr, dass jetzt auch in der Yellow Press ĂŒber Triathlon berichtet wurde.cite-ref-112[112] Mit einer Wildcard startete Kelly auch beim Ironman Hawaii.
âą Sebastian Kienle gewann 2014 als vierter Deutscher den Ironman Hawaii und war der erste Triathlet, der im selben Jahr sowohl bei der Ironman European Championship in Frankfurt als auch der Ironman World Championship siegreich war. Mit 7:41:24 h ist er der viertschnellste Ironman aller Zeiten (Stand: November 2017).
âą Patrick Lange gewann 2017 zum ersten Mal den Ironman auf Hawaii, nachdem er bereits ein Jahr zuvor bei seinem DebĂŒt auf Hawaii Dritter wurde. Er konnte seinen Titel in Hawaii 2018 erfolgreich verteidigen und blieb dabei mit einer Gesamtzeit von 7:52:39 h als Erster unter der magischen Grenze von acht Stunden. 2024 stellte er bei seinem dritten Sieg auf Hawaii mit 7:35:53 h einen neuen Streckenrekord auf.
âą Der DarmstĂ€dter Lothar Leder war der weltweit erste Mensch, der die Ironman-Distanz in weniger als acht Stunden bewĂ€ltigte (Ironman Europe in Roth: 1996 in 7:57:02 h). Der vierfache Deutsche Meister konnte diesen Wettkampf fĂŒnfmal sowie fĂŒnf weitere Ironman-WettkĂ€mpfe gewinnen â mehr als jeder andere Deutsche. 1994 wurde er hinter Rob Barel Vizeweltmeister.
âą Der Australier Chris McCormack war 1997 Weltmeister auf der olympischen Distanz, wechselte 2002 auf die Ironman-Distanz und siegte 2007 sowie 2010 beim Ironman Hawaii. Zuvor gewann er bereits 2002 bis 2006 fĂŒnfmal in Folge den Ironman Australia. Ebenso gewann er von 2004 bis 2007 viermal in Folge den Quelle Challenge Roth. 2012 wurde er in Vitoria-Gasteiz Weltmeister auf der Langdistanz.
âą Andreas Raelert gewann 2010 den Ironman Germany in Frankfurt und wurde im gleichen Jahr bei der Ironman World Championship auf Hawaii Zweiter. Dort landete er bislang fĂŒnfmal auf dem Siegerpodest, hĂ€ufiger als jeder andere Deutsche. 2011 stellte er beim Challenge Roth eine neue Weltbestzeit ĂŒber die Triathlon-Langdistanz von 7:41:33 h auf, die bis 2016 Bestand hatte.
âą Der Schweizer Ronnie Schildknecht ist siebenfacher Gewinner in Folge des Ironman Switzerland (2007 bis 2013) und wurde Vierter beim Ironman Hawaii 2008.
âą Dave Scott (USA) gewann so wie Mark Allen sechsmal den Ironman Hawaii (1980, 1982, 1983, 1984, 1986, 1987). Zusammen mit Scott Molina und Scott Tinley (beide USA) waren sie die âBig Fourâ, die quasi jeden Triathlon unter sich ausmachten. Allen, Scott und Tinley haben Trainingsliteratur bzw. -philosophien (Allen mit Maffetone) veröffentlicht, die bis heute Standardliteratur sind. Sie waren die ersten, die systematisch Triathlon-Training absolvierten.
âą Der Mannheimer Normann Stadler gewann 2004 als zweiter Deutscher nach Thomas Hellriegel mit einer ĂŒberragenden Radleistung den Ironman Hawaii. Diesen Sieg konnte er am 21. Oktober 2006 wiederholen und ist damit der erste Deutsche mit zwei Titeln beim Ironman Hawaii. Der Duathlon-Weltmeister von 1994 und fĂŒnffache Deutsche Meister gewann 2005 den Ironman Germany in Frankfurt am Main und hĂ€lt seit 2006 den Streckenrekord der Radstrecke auf Hawaii.
âą Daniel Unger wurde als erster Deutscher bei den Weltmeisterschaften 2007 in Hamburg TiteltrĂ€ger bei den Profis ĂŒber die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen). Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde der dreifache Deutsche Meister Sechster.
âą Luc Van Lierde (Belgien) trat 1996 als amtierender Europameister und Vizeweltmeister auf der olympischen Distanz mit einer Wildcard beim Ironman Hawaii an, seinem ersten Ironman ĂŒberhaupt, und war auf Anhieb siegreich. 1999 gewann er ein weiteres Mal. 1997 siegte er beim schnellsten Rennen (Ironman Europe in Roth), das es bis dahin je gab, in der bis zum 3. Juli 2011 bestehenden Weltbestzeit von 7:50:27 h. Dabei lief er den abschlieĂenden Marathon in 2:36 h. Er hĂ€lt auĂerdem beim Ironman Malaysia den Streckenrekord. Erst Craig Alexander gelang es 2011 seinen Streckenrekord auf Hawaii von 1996 zu unterbieten. 1997 in Nizza und 1998 in Sado wurde er Weltmeister auf der Langdistanz.
âą Marino Vanhoenacker (Belgien) gewann den Ironman Austria zwischen 2006 und 2011 sechsmal in Folge, bevor er am 3. Juli 2011 in Klagenfurtcite-ref-113[113] mit einer Zeit von 7:45:58 h (46:49 min Schwimmen, 4:15:37 h Radfahren, 2:39:24 h Laufen) als erster Triathlet die seit 1997 bestehende Weltbestzeit von seinem Landsmann Luc Van Lierde um 4:29 min unterbot.
âą Der Reutlinger Stephan Vuckovic gewann 2000 bei der olympischen Premiere des Triathlons in Sydney die Silbermedaille. Nach seinem Wechsel auf die Langdistanz belegte er 2005 bei seinem ersten Ironman ĂŒberhaupt in Kanada den zweiten Platz, den Ironman Hawaii 2005 beendete er als zweitbester Deutscher auf dem zehnten Platz. Nach einem virusbedingten Ausstieg beim Ironman Hawaii 2007 gewann Vuckovic im November 2007 den Ironman Florida.
âą Der Kanadier Simon Whitfield gewann 2000 den ersten olympischen Triathlon in Sydney und hat den Doppeltriumph in Peking 2008 nur um 5 Sekunden verpasst. Whitfield zeichnet sich durch seine enorme Konstanz ĂŒber all diese Jahre aus. Ein weiterer groĂer Erfolg war der zweite Rang im Gesamtweltcup 2007.
âą JĂŒrgen ZĂ€ck gewann fĂŒnfmal den Ironman Europe, einmal den Ironman Australia (1996), sowie zweimal den Ironman Austria. Seine QualitĂ€t auf dem Rad bescherte ihm oft einen groĂen Vorsprung vor dem abschlieĂenden Lauf, den er mit zunehmender Erfahrung öfter fĂŒr sich entscheiden konnte. 1997 wurde ZĂ€ck Zweiter beim Ironman Hawaii. 2006 wurde er wegen Dopings gesperrt.
Frauen
Siehe auch: Bestenlisten deutscher sowie österreichischer und Schweizer Triathletinnen auf der Ironman-Distanz
âą Die Ăsterreicherin Kate Allen gewann bei den Olympischen Spielen in Athen Gold. Neben etlichen Topplatzierungen in der ITU Weltcup-Serie, gewann die gebĂŒrtige Australierin dreimal EM-Silber. Als eine von wenigen Athleten zĂ€hlte Kate Allen zeitgleich sowohl in Langdistanz-WettkĂ€mpfen als auch ĂŒber die olympische Distanz zur Weltspitze. Ihre persönliche Bestleistung ĂŒber die Ironman-Distanz in 8:54:01 h (Ironman Austria 2003) wurde bisher nur zweimal von österreichischen Triathletinnen unterboten. Kate Allen wurde zweimal FĂŒnfte beim Ironman Hawaii (2005, 2006).
âą Die Schweizerin Natascha Badmann konnte den Ironman Hawaii bislang sechsmal fĂŒr sich entscheiden (1998, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005). Die Vizeweltmeisterin von 2000 konnte auĂerdem den Ironman California und viermal den Ironman South Africa gewinnen.
âą Mirinda Carfrae gewann dreimal den Ironman Hawaii (2010, 2013 und 2014) sowie 2007 die Ironman 70.3 World Championship. 2005 wurde sie Vizeweltmeisterin auf der Langdistanz.
âą Anja Dittmer qualifizierte sich fĂŒr die Teilnahme an sĂ€mtlichen vier Olympischen Spielen von 2000 bis 2012, wurde 1999 Europameisterin auf der olympischen Distanz, ist fĂŒnffache Deutsche Meisterin und wurde 2011 gemeinsam mit Rebecca Robisch, Maik Petzold und Steffen Justus Dritte bei der Weltmeisterschaft im Team Relay.
âą Ines Estedt wurde als bisher einzige Deutsche Weltmeisterin im Triathlon â und dies gleich zweimal: 1997 und 2002 jeweils auf der Langdistanz. AuĂerdem gewann sie 1995 die Europameisterschaft auf der Langdistanz.
âą Anne Haug ist mit einem zweiten Platz 2012 und einem dritten Platz 2013 die bisher erfolgreichste Deutsche bei Weltmeisterschaften ĂŒber die olympische Distanz. 2013 wurde sie gemeinsam mit Anja Knapp, Jan Frodeno und Franz Löschke Weltmeisterin im Team Relay. Im Jahr 2019 konnte sie als erste Deutsche den Ironman Hawaii gewinnen.cite-ref-114[114] In den Jahren 2021 bis 2024 konnte sie die Challenge Roth dreimal gewinnen. Bei ihrem Sieg 2024 stellte sie zudem die Weltbestzeit mit 8:02:38 h auf. Sie wird als schnellste Athletin in der Bestenliste der Triathletinnen auf der Ironman-Distanz gefĂŒhrt.
⹠Nina Kraft wurde 2001 und 2003 Dritte sowie 2002 Zweite beim Ironman Hawaii und damit erfolgreichste Deutsche bei der Ironman World Championship. 2004 lief sie als erste Frau dort ins Ziel, gestand aber spÀter EPO-Doping und wurde daher zwei Jahre gesperrt. Mit insgesamt zehn Siegen bei Ironman-WettkÀmpfen ist sie auch unter diesem Gesichtspunkt beste Deutsche.
âą Julie Moss (USA) beeinflusste durch einen zweiten Platz beim Ironman Hawaii im Februar 1982 wie keine zweite Person die PopularitĂ€t des Triathlonsports. Der von ABC zwei Wochen nach dem Wettkampf gezeigte TV-Bericht wurde zur meistgesehenen Sendung von âWide World of Sportsâ 1982. Moss ist auĂerdem dreifache Siegerin des Ironman Japan (1985, 1986 und 1989) und wurde 1982 Zweite beim Triathlon Longue Distance de Nice.
âą Ute MĂŒckel war 1994 die erste Deutsche, die sich beim Ironman Hawaii in den Top Ten platzieren konnte, was ihr anschlieĂend noch zwei weitere Mal gelang. Viermal in Folge war sie beste Deutsche auf Hawaii. 1997 stellte sie in Hawaii die Streckenbestzeit auf der Schwimmdistanz auf. 1995 wurde sie Vizeeuropameisterin auf der Langdistanz, auĂerdem gewann sie drei Ironman-WettkĂ€mpfe in ihrer Karriere.
âą Paula Newby-Fraser aus Simbabwe gewann hĂ€ufiger als jede andere Frau die beiden wichtigsten WettkĂ€mpfe im Langdistanztriathlon der 1980er und 1990er Jahre: Den Triathlon Longue Distance de Nice gewann sie von 1989 an viermal in Folge und den Ironman Hawaii sogar insgesamt achtmal (1986, 1988, 1989, 1991â1994, 1996). AuĂerdem hielt sie mit 8:50:53 h, aufgestellt 1994 beim Ironman Europe in Roth fĂŒr vierzehn Jahre die Weltbestzeit fĂŒr Frauen ĂŒber die Langdistanz. Erst am 13. Juli 2008 konnte Yvonne van Vlerken als erste Frau diese Zeit unterbieten.cite-ref-115[115]
⹠Daniela Ryf gewann viermal die Ironman World Championship auf Hawaii (2015, 2016, 2017 und 2018), viermal die Ironman 70.3 World Championship (2014, 2015, 2017 und 2018), zweimal die Ironman European Championship (2015 und 2018), zweimal die Ironman 70.3 European Championship (2013, 2014), 2014 die 5150 European Championship und ist zweifache Schweizer Triathlon-Meisterin (2012, 2013). 2008 war sie Olympiateilnehmerin. 2009 und 2010 wurde sie Weltmeisterin im Team Relay. 2015 gewann sie mit ihrem Sieg beim Ironman 70.3 Bahrain das bis dahin höchste Preisgeld in der Geschichte des Triathlon: 1 Million US-Dollar.cite-ref-116[116]
âą Nicola Spirig gewann 2012 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London und wurde viermal Europameisterin sowie 2010 Weltmeisterin und 2011 Vizeweltmeisterin im Team Relay.
âą Caroline Steffen wurde zweimal Weltmeisterin auf der Langdistanz (2010, 2012), gewann zweimal die Ironman European Championship (2011, 2012) und wurde 2012 Zweite beim Ironman Hawaii.
âą Sandra Wallenhorst konnte 2008 bei ihrem Sieg beim Ironman Austria als erste Frau weltweit in 8:47:25 h die damals fast vierzehn Jahre alte Weltbestzeit von Paula Newby-Fraser bei einem Triathlon mit dem Markenzeichen âIronmanâ im Veranstaltungsnamen unterbieten, wenngleich quasi gleichzeitig Yvonne van Vlerken beim Challenge Roth eine nochmals um zwei Minuten schnellere Weltbestzeit auf der Distanz gelang. Wallenhorst ist neben Nina Kraft die einzige Deutsche, der bisher beim Ironman Hawaii eine Podiumsplatzierung gelang (2008). Bis heute ist ihr Laufsplit von 2008 (2:58:36 h) der schnellste einer Deutschen auf Hawaii. AuĂerdem gewann sie zweimal den Ironman Germany.
âą Chrissie Wellington (GroĂbritannien) gewann 2007, 2008, 2009 und 2011 die Ironman World Championship auf Hawaii in Streckenrekordzeit (2009) sowie 2008 die Ironman European Championship in Frankfurt am Main. Ebenfalls 2008 wurde sie in Almere Langdistanz-Weltmeisterin. 2009, 2010 und 2011 siegte sie jeweils beim Challenge Roth und stellte jedes Mal eine neue Weltbestzeit auf der Langdistanz auf, zuletzt in 8:18:13 Stunden.
Ablauf und Regelwerk
Regelwerk
Das Regelwerk beim Triathlon ist in den âCompetition Rulesâ der ITUcite-ref-itu-rules-103-2[103] sowie der Sportordnung der DTU,cite-ref-dtu-rules-104-1[104] dem Wettkampfreglement von Swiss Triathloncite-ref-swi-rules-105-2[105] und der ĂTRV Sportordnungcite-ref-trv-rules-106-3[106] festgelegt und Basis fĂŒr die sportrechtliche Genehmigung der Veranstaltung. Abweichungen sind vom Veranstalter in der Wettkampfausschreibung herauszustellen. So verfĂŒgt beispielsweise der Veranstalter WTC ĂŒber einige Regelungen, die Abweichungen bzw. ErgĂ€nzungen bei den WettkĂ€mpfen seiner Marken Ironman, Ironman 70.3 und 5150 beschreiben.cite-ref-117[117]
Vor dem Wettkampf richten die Athleten ihre PlĂ€tze in der Wechselzone, die wĂ€hrend des Wettkampfes nur von Athleten, Helfern und Kampfrichtern betreten werden darf, ein. Der Check-in, bei dem Kampfrichter die KonformitĂ€t des Materials mit dem Regelwerk ĂŒberprĂŒfen (z. B. keine gefĂ€hrdenden Teile am Rad), findet bei teilnehmerstarken WettkĂ€mpfen oft bereits am Vortag, bei kleineren ab zwei Stunden vor dem Start statt. FĂŒr Kinder und Jugendliche ist die AbrolllĂ€nge limitiert. Alle Teilnehmer verfĂŒgen ĂŒber einen nummerierten Platz fĂŒr ihre RĂ€der, bei vielen WettkĂ€mpfen sind alle weiteren fĂŒr die beiden Wechsel benötigten persönlichen GegenstĂ€nde in Wechselbeuteln separat zu deponieren. Aufgrund örtlicher Gegebenheiten gibt es manchmal zwei getrennte Wechselzonen an unterschiedlichen Orten fĂŒr die Wechsel Schwimmen zu Rad und Rad zu Laufen. In diesem Fall geben die Athleten oft lediglich ihre nummerierten Wechselbeutel fĂŒr die zweite Wechselzone ab, um deren Bereitstellung sich in der Regel der Veranstalter mit seinen Helfern kĂŒmmert.
Entsprechend der Wassertemperatur, die Kampfrichter in 60 cm Tiefe an mehreren Positionen der Schwimmstrecke messen, wird bekanntgegeben, ob das Tragen eines Neoprenanzugs als KĂ€lteschutz zulĂ€ssig ist (bei WettkĂ€mpfen mit Altersklassenwertungen bei unter 22 °C auf der Kurz-, unter 23 °C auf der Mittel- und unter 24 °C auf der Langdistanz). Werden je nach Distanz und Altersklassen unterschiedliche Temperaturen unterschritten, wird die Schwimmstrecke verkĂŒrzt bzw. das Schwimmen entfĂ€llt sogar vollstĂ€ndig.
WĂ€hrend Elite-WettkĂ€mpfe ĂŒblicherweise von einem Ponton gestartet werden, beginnen die meisten WettkĂ€mpfe mit einem Wasserstart. Hier befinden sich alle Athleten hinter einer Leine, die beim Startschuss angehoben wird. Der Start erfolgt meist in mehreren Startgruppen, die im Abstand einiger Minuten gestartet werden, bei kleineren WettkĂ€mpfen auch als Massenstart aller Teilnehmer. Hierbei besteht anfĂ€nglich die Gefahr, in ein Chaos zu geraten, verursacht durch heftige Wasserbewegungen und durch die rĂ€umliche Enge bedingte unbeabsichtigte ArmschlĂ€ge und FuĂtritte. Dieses PhĂ€nomen wird umgangssprachlich auch als âWaschmaschineâ bezeichnet.cite-ref-118[118] Seltener finden auch Landstarts statt. Zunehmend wurden in den letzten Jahren bei teilnehmerstarken WettkĂ€mpfen auch sogenannte âRolling Startsâ eingefĂŒhrt, bei denen die Athleten einzeln eine Freigabe erhalten und vor ihrem Start eine Zeitnahmematte ĂŒberlaufen. Findet das Schwimmen im offenen GewĂ€sser statt, ist die Strecke durch Bojen gekennzeichnet.
Es ist zulĂ€ssig, dass sich Teilnehmer wĂ€hrend des Schwimmens zu ihrer eigenen Sicherheit an geeigneten Stellen, wie z. B. Bojen, festhalten. Die drei Wettkampfstrecken werden in ununterbrochener Folge absolviert. WĂ€hrend der Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren und vom Radfahren zum Laufen lĂ€uft die Wettkampfzeit weiter. Bei der zweiten Disziplin besteht eine strikte Helmpflicht, der Kinnriemen des Helms muss von der Aufnahme des Rades bis zu dessen Abgabe vor dem Laufen geschlossen sein. Markierungen zeigen an, ab wo das Rad auĂerhalb der Wechselzone bestiegen werden darf bzw. wo vor dem Wechsel zum Laufen spĂ€testens abzusteigen ist. Auf der Radstrecke gilt die StraĂenverkehrs-Ordnung inklusive Rechtsfahrgebot, Windschattenfahren ist grundsĂ€tzlich nicht zulĂ€ssig â ausgenommen bei nationalen und internationalen Elite-WettkĂ€mpfen bis zur olympischen Distanz. Damit fĂŒr alle Athleten gleiche Bedingungen im Wettkampf bestehen, ist wĂ€hrend des gesamten Wettkampfes die Annahme fremder Hilfe auĂer von offiziellen Volunteers des Veranstalters untersagt. Der Check-out, bei dem die Athleten ihr Material wieder aus der Wechselzone abholen, ist in der Regel erst nach dem Wechsel des letzten Teilnehmers auf die Laufstrecke möglich.
Nachdem erstmals bei der Kurzdistanz-Weltmeisterschaft im November 1995 in CancĂșn Drafting freigegeben worden war, fanden 1996 in Losheim und Szombathely die letzten deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften auf der Kurzdistanz mit Windschattenverbot statt. Seither besteht bei Meisterschaften und internationalen Rennen ĂŒber die olympische Distanz kein Windschattenverbot mehr â allerdings nur in der Elite-Klasse. Bei allen anderen WettkĂ€mpfen galt unverĂ€ndert, dass zum voraus fahrenden Athleten ein Mindestabstand von 10 m sowie beim Ăberholen 1,5 m seitlich einzuhalten war. Im Dezember 2003 entschied die DTU zunĂ€chst, diese Windschattenbox fĂŒr WettkĂ€mpfe bis zur olympischen Distanz von 10 Ă 3 m auf 5 Ă 2 m zu reduzieren.cite-ref-119[119]cite-ref-120[120] Massive Athleten-Proteste, die in einer von Kai Baumgartner und Holger Spiegel initiierten Online-Petition gesammelt wurden,cite-ref-121[121] sorgten dafĂŒr, dass die DTU im Februar 2004 die RegelĂ€nderung wieder zurĂŒcknahm. 2016 wurde das Regelwerk so geĂ€ndert, dass jetzt ein Abstand von zwölf Meter von Vorderrad zu Vorderrad einzuhalten ist.cite-ref-dtu-rules-104-2[104]
Anti-Doping-MaĂnahmen
Siehe auch
:
Doping im Triathlon
Triathlon ist â auch im professionellen Bereich â im Vergleich zum Radsport mit seinen professionellen Teamstrukturen durch Individualisten geprĂ€gt.cite-ref-122[122] Zudem liegen die Einnahmen professioneller Triathleten weit unterhalb denen von Profisportlern in anderen Sportarten. Wie in allen Sportarten gab es aber auch im Triathlon immer wieder einzelne Verdachtsmomente wie auch nachgewiesene FĂ€lle der Einnahme unerlaubter Substanzen oder der Nutzung unerlaubter Methoden zur Leistungssteigerung oder -erhaltung. Bis Mitte der 2000er-Jahre kam es in vielen FĂ€llen mangels standardisierter Verfahren und international vereinbarten Regeln trotz positiver Tests wie bei Scott Molina, Olivier Bernhard, Spencer Smith und Katja Schumacher zu FreisprĂŒchen. Auch im aufsehenerregenden Fall der nachtrĂ€glichen Disqualifikation Nina Krafts beim Ironman Hawaii 2004 wurde deren Sperre aus formalen GrĂŒnden reduziert.
Seit 2002 ist die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auch im Triathlon mit der Koordination der weltweiten Anti-Doping-MaĂnahmen beauftragt.cite-ref-123[123] In Deutschland stieg die Zahl der Trainingskontrollen von Triathleten durch die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA) von 101 im Jahr 2004 auf 621 im Jahr 2014, die der Wettkampfkontrollen bei Triathlons von 80 auf 203.cite-ref-124[124]cite-ref-125[125] Zum Vergleich: 2014 wurden an FuĂballern des fast 7 Millionen Mitglieder umfassenden DFB 665 Trainingskontrollen durchgefĂŒhrt. Neben den Kaderathleten können auf Antrag auch weitere Athleten in den Testpool fĂŒr Trainingskontrollen aufgenommen werden,cite-ref-126[126] bei vielen Veranstaltungen eine Voraussetzung fĂŒr die Berechtigung auf Preisgeld. Mitglieder des Testpools sind verpflichtet, vierteljĂ€hrlich im Voraus fĂŒr jeden Tag ihren Aufenthaltsort inklusive Postadresse und Telefonnummer sowie einem mindestens 60-minĂŒtigen Zeitfenster zu benennen, an dem sie dort erreichbar sind, zu melden.cite-ref-127[127]
GrundsĂ€tzlich bestĂ€tigen auch Amateure mit ihrem Startpassantrag, dass sie den Anti-Doping-Code anerkennen, und können daher stichprobenartigen Wettkampfkontrollen unterzogen werden.cite-ref-0-128-0[128] Bei der im Rahmen des Hamburg City Man ausgerichteten Weltmeisterschaft 2007 wurden erstmals auch Dopingkontrollen fĂŒr Amateure durchgefĂŒhrt.cite-ref-129[129]
Startpass/Lizenz
Alle nationalen DachverbĂ€nde geben aus versicherungs-, sportrechtlichen und sportpolitischen GrĂŒnden StartpĂ€sse oder Jahreslizenzen heraus. Der Startpass bzw. die Jahreslizenz stellt eine vertragliche Vereinbarung des Athleten mit seinem nationalen Dachverband dar, d. h. z. B. der Deutschen Triathlon Union (DTU), Swiss Triathlon oder Triathlon Austria (ĂTRV). Der Athlet erkennt hierdurch das gesamte Regelwerk an und wird im Gegenzug zur Teilnahme an Meisterschaften der ITU, der ETU sowie seines nationalen Dachverbandes (DTU, Swiss Triathlon, ĂTRV usw.) sowie deren LandesverbĂ€nde und an Liga-WettkĂ€mpfen bis hinauf zur Triathlon-Bundesliga berechtigt. Bei allen ĂŒbrigen deutschen Triathlonveranstaltungen kann grundsĂ€tzlich jeder Triathlet ohne Startpass starten. Sobald in einem Wettkampf die LĂ€ngen von zwei der Distanzen 750 m im Schwimmen, 20 km im Radfahren und 5 km im Laufen (im Duathlon 5 km im Laufen, 20 km im Radfahren und 2,5 km im Laufen) um mehr als 10 Prozent ĂŒberschritten werden, mĂŒssen Teilnehmer, die nicht im Besitz eines gĂŒltigen Startpasses bzw. einer Jahreslizenz sind, eine Tageslizenz erwerben.cite-ref-130[130] Diese â je nach Wettkampfdistanz und Landesverband in gewissem Rahmen variablen â Kosten addieren sich zum Startgeld. FĂŒr Vielstarter auf Triathlonveranstaltungen ab oben genannten Distanzen wird damit auch aus finanziellen GrĂŒnden ein Startpass bzw. eine Jahreslizenz interessant.
Um einen Startpass zu beantragen, ist eine Mitgliedschaft in einem Triathlonverein oder einem Verein mit Triathlonsparte erforderlich. Einzig Swiss Triathlon bietet auch die Möglichkeit einer Direktmitgliedschaft fĂŒr Einzelne. Der Startpass bzw. die Jahreslizenz ist jeweils bis zum Ende des Kalenderjahres gĂŒltig und verlĂ€ngert sich â falls keine rechtzeitige KĂŒndigung erfolgte â immer um ein weiteres Jahr. Er weist den Triathleten als Mitglied seines jeweiligen Vereins, des Landesverbandes und der DTU o. Ă€. zugehörig aus. In den Kosten fĂŒr den Startpass bzw. der Jahreslizenz sind bei der DTU und dem ĂTRV eine Unfall- und Haftpflichtversicherung fĂŒr individuelles Training auĂerhalb des Vereins enthalten. Im Ausland kann ein Triathlet oft â unabhĂ€ngig von der Distanz â nur mit gĂŒltigem Startpass an einem Triathlon teilnehmen.cite-ref-0-128-1[128]cite-ref-131[131]
Material
Durch den jungen und neuen Charakter der Sportart zeigte sich von Beginn an ein aufgeschlossener Umgang mit Neuerungen in der Materialentwicklung:
âą Schwimmen: Der ursprĂŒnglich aus GrĂŒnden des KĂ€lteschutzes getragene Neoprenanzug entwickelte sich zunehmend zu einem die Leistung positiv beeinflussenden SportgerĂ€t. Vor allem ElastizitĂ€t, Auftrieb und Reduzierung des Wasserwiderstandes haben heute bei der Entwicklung oberste PrioritĂ€t. Gerade etwas schwĂ€chere Schwimmer profitieren von der UnterstĂŒtzung durch das Material.
âą Radfahren: Durch das Verbot des Windschattenfahrens stellt der Wettkampfteil auf dem Rad besondere AnsprĂŒche an das Material. Das regelkonforme Material zum Radfahren ist grundsĂ€tzlich weniger streng reglementiert als im klassischen Radsport, weshalb seit den 1980er Jahren spezielle TriathlonfahrrĂ€der entwickelt werden, u. a. mit LenkeraufsĂ€tzen, die zu einer aerodynamisch gĂŒnstigen Sitzposition beitragen. In den Neunzigerjahren waren auch kleinere, 26-zollige LaufrĂ€der verbreitet, die aber nach einigen Jahren wieder verschwanden. Seither kommt es zu einer AnnĂ€herung zwischen dem Radmaterial der Triathleten und den UCI-konformen ZeitfahrrĂ€dern. Aerodynamik zum einen und Ergonomie fĂŒr Radstrecken bis 180 km zum anderen spielen dabei die entscheidende Rolle. Heute heiĂt das: Carbon-Rahmen mit aerodynamischen Rohren und angepassten Geometrien, speichenreduzierte Hochprofilfelgen, z. T. auch mit Scheiben-Hinterrad kombiniert, Liegelenker, spezielle Trinkflaschenhalter und weitere Details. Kombiniert mit Zeitfahrhelmen wird so versucht, am aerodynamischen Optimum zu arbeiten, wodurch Zeitgewinne gegenĂŒber klassischem Material von â je nach StreckenlĂ€nge â mehreren Minuten möglich sind. Der erstmals von Greg LeMond bei einem Zeitfahren in der Tour de France gefahrene Aero-Lenker entstammte der Triathlon-Szene.
Bei Elite-WettkĂ€mpfen mit Windschattenfreigabe sind nur RĂ€der mit Dreiecksrahmen und klassischem Rennlenker zulĂ€ssig. Auflieger sind erlaubt, soweit sie nicht ĂŒber die vorderste Linie der Bremsgriffe hinausragen, dĂŒrfen aber â im Gegensatz zu RĂ€dern bei Drafting-Verbot â keine Schalthebel enthalten.
Radschuhe fĂŒr Triathleten unterscheiden sich in manchen Aspekten von solchen fĂŒr die Spezialisten: da zur Optimierung der Wechselzeit oft auf Socken verzichtet wird, ist das Obermaterial hĂ€ufig luftdurchlĂ€ssiger, um ein schnelleres Trocknen der FĂŒĂe zu ermöglichen. Babypuder wird oft im Schuh genutzt, um die Feuchtigkeit zusĂ€tzlich zu reduzieren. Viele Triathleten fixieren ihre Radschuhe bereits beim Check-in an den Pedalen und ziehen diese erst auf der Radstrecke an. Daher befindet sich an der Ferse hĂ€ufig eine Schlaufe, die dem Athleten erleichtert, den Schuh wĂ€hrend der Fahrt ĂŒber die Ferse zu ziehen. An Stelle mehrerer KlettbĂ€nder gibt es oft nur ein breites Klettband, das das VerschlieĂen und spĂ€tere Ăffnen auf dem Rad vereinfacht.
Um beim Laufen mit einer möglichst geringen Vorbelastung der Wadenmuskulatur zu starten, verwendete Paula Newby-Fraser bereits im Jahr 2000 Radschuhe, deren Auflage an den Pedalen weiter hinten zum Knöchel liegt und durch den so verkĂŒrzten Hebel die Belastung beim Radfahren vom Unter- mehr auf den Oberschenkel verlagert.cite-ref-132[132] Auch Diana Riesler, Daniela Ryf und Eva Dollinger nutzen diese âMid Cleat Positionâ.cite-ref-133[133]cite-ref-134[134]cite-ref-135[135] Es gibt sowohl wissenschaftliche Untersuchungen, die positive,cite-ref-136[136] wie auch solche, die negative Ergebnisse feststellen.cite-ref-137[137]
âą Laufen: Da die Startnummer erst ab dem Radfahren getragen werden darf, dort aber auf dem RĂŒcken, beim Laufen dagegen vorne zu tragen ist, haben sich StartnummernbĂ€nder etabliert. Diese verfĂŒgen hĂ€ufig zusĂ€tzlich ĂŒber Schlaufen zur Aufnahme von Energieriegeln oder -gels. Tankas, âHickiesâ und elastische SchnĂŒrsenkel sind Alternativen als SchnĂŒrsystem fĂŒr einen raschen Wechsel in die Laufschuhe. Anbieter von KompressionsstrĂŒmpfen werben mit verbesserter Blutzirkulation sowie niedriger muskulĂ€rer Belastung in der Lande- und Abdruckphase wegen reduzierter Muskelvibrationen, ein Nutzen war aber in Studien nicht nachweisbar.cite-ref-138[138]cite-ref-139[139]cite-ref-140[140]
Verwandte Sportarten, Extrem-Varianten
âą Beim Cross-Triathlon (z. B. Xterra) wird die Radstrecke mit einem Mountainbike bestritten.
âą Insbesondere im FrĂŒhjahr und Herbst gibt es Duathlon-WettkĂ€mpfe ohne die Disziplin Schwimmen â ausgetragen ĂŒber Lang-, Mittel- und Kurzdistanzen in der Abfolge Laufen, Radfahren und abschlieĂendem Laufen.
⹠Es gibt auch die Variation des Crossduathlon, wo ein Crosslauf das Schwimmen ersetzt und die Radstrecke auf dem Mountainbike im GelÀnde absolviert wird.
âą Im Wintertriathlon ersetzt Skilanglauf das Schwimmen. 2014 wurden erstmals die drei Disziplinen Schneeschuhlaufen, Eisschnelllauf und Skilanglauf als Wintertriathlon-Event getestet. Dahinter steckt das Ziel, Triathlon auch als Sportart in die Olympischen Winterspiele zu integrieren.cite-ref-141[141]
âą Wettbewerbe, in denen sich das Laufen direkt der Schwimmdistanz anschlieĂt, heiĂen Ambathlon, Swim & Run oder Aquathlon.
âą Wird eine vierte Disziplin (etwa Kajakfahren oder Inlineskaten) hinzugefĂŒgt, werden diese Wettbewerbe als Quadrathlon bezeichnet.
âą Beim aus fĂŒnf Disziplinen bestehenden Schweizer Gigathlon mĂŒssen ĂŒber mehrere Tage tĂ€gliche Distanzen von im Mittel 4 km Schwimmen, 100 km Rennrad, 50 km Mountainbike, 25 km Inlineskaten und 20 km Laufen zurĂŒckgelegt werden. Die Dauer variierte in den vergangenen Jahren zwischen zwei und sieben Tagen.cite-ref-142[142]
âą In Radolfzell am Bodensee findet regelmĂ€Ăig ein Megathlon, bestehend aus den Disziplinen Schwimmen, Rennradfahren, Inlineskaten, Mountainbiken und Laufen statt.cite-ref-143[143]
Ein kleiner Kreis von Extremsportlern bestreitet auch Ultratriathlons, die sich ĂŒber eine mehrfache LĂ€nge der Ironman-Distanz erstrecken.
Siehe auch
:
Ultratriathlon
Filme
âą Wechselzeiten â Auf dem Weg zum ersten Triathlon bei IMDb
âą Lauf um Dein Leben â Vom Junkie zum Ironman bei IMDb
âą Mit ganzer Kraft â HĂŒrden gibt es nur im Kopf bei IMDb
âą What it takes bei IMDb
âą I against Me â Die Triathlon-Dokumentation bei IMDb
Literatur
âą Georg Neumann, Arndt PfĂŒtzner, Kuno Hottenrott: Das groĂe Buch vom Triathlon. 2. Auflage. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2010, ISBN 978-3-89899-595-5 (eingeschrĂ€nkte Vorschau).
âą Hermann Aschwer: Triathlontraining fĂŒr Einsteiger & Fortgeschrittene. 9. Auflage. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2010, ISBN 978-3-89899-627-3 (eingeschrĂ€nkte Vorschau).
âą Deutsche Triathlon Union (Hrsg.): Triathlon im Schulsport â Ein Leitfaden der Deutschen Triathlon Union fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer. 2004, DNB 1031274200.
âą Florian Hartnack: Triathlon fĂŒr Kinder. Radfahren, Schwimmen und Laufen in Schule und Verein. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2013, ISBN 978-3-8300-7181-5.
âą Lothar und Nicole Leder, Christoph Elbern: Triathlon-Training: Das einfache 3-Phasen-Trainingsprogramm fĂŒr Einsteiger und Fortgeschrittene. Bruckmann, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-7654-5393-9.
Weblinks
Commons
: Triathlon
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Triathlon
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
VerbÀnde
âą Deutsche Triathlon Union
âą Schweizerischer Triathlonverband
âą Ăsterreichischer Triathlonverband
âą International Triathlon Union (englisch)
âą International Ultra Triathlon Association (englisch)
Resultate
âą Triathlon-Datenbank des IAT (englisch)
Einzelnachweise
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